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Perimenopause: mehr als Hitzewallungen

vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

Wie sich die hormonelle Übergangsphase zeigen kann und weshalb ein einzelner Laborwert selten die ganze Antwort liefert


Wie sich die hormonelle Übergangsphase zeigen kann und weshalb ein einzelner Laborwert selten die ganze Antwort liefert.


Viele Frauen verbinden die Wechseljahre vor allem mit Hitzewallungen und dem Ausbleiben der Menstruation. Die hormonelle Umstellung beginnt jedoch häufig früher: in der Perimenopause.


Während dieser Übergangsphase haben viele Frauen weiterhin ihre Periode. Gleichzeitig können sich Zyklus, Schlaf, Stimmung, Konzentration, körperliches Wohlbefinden und Sexualität verändern. Manche Veränderungen sind zunächst unspezifisch und werden deshalb nicht sofort mit der Perimenopause in Verbindung gebracht.


Was ist die Perimenopause?


Die Perimenopause bezeichnet die Übergangszeit vor der Menopause. Die Funktion der Eierstöcke verändert sich und die Hormonproduktion beginnt stärker zu schwanken. Diese Phase kann mehrere Jahre dauern.


Die Menopause selbst ist erst erreicht, wenn eine Frau zwölf Monate lang keine Menstruation mehr hatte und keine andere Ursache dafür vorliegt. Die Perimenopause beginnt entsprechend deutlich früher.


Wie kann sich die Perimenopause zeigen?


Die Beschwerden und Veränderungen sind von Frau zu Frau verschieden. Möglich sind unter anderem:


- ein kürzerer, längerer oder unregelmässiger Zyklus,

- stärkere oder schwächere Blutungen,

- Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen,

- Ein- oder Durchschlafstörungen,

- Erschöpfung,

- Stimmungsschwankungen oder eine erhöhte Reizbarkeit,

- Konzentrationsprobleme oder «Brain Fog»,

- Kopfschmerzen oder eine Veränderung bestehender Migräne,

- Brustspannen,- Gelenk- oder Muskelbeschwerden,

- vaginale Trockenheit und Reizungen,- Schmerzen beim Sex,

- Veränderungen von Lust, Erregung oder Orgasmus.


Nicht jede Frau erlebt alle diese Veränderungen. Manche haben kaum Beschwerden, während andere in ihrem Alltag, ihrer Arbeit, ihrer Beziehung oder ihrer Sexualität deutlich beeinträchtigt sind.


Entscheidend ist nicht, ob eine Frau einer bestimmten Vorstellung der Perimenopause entspricht. Entscheidend ist, wie sie sich fühlt und ob ein Leidensdruck besteht.

Nicht jede Veränderung ist automatisch hormonell bedingtñ


Viele mögliche Beschwerden der Perimenopause sind unspezifisch. Schlafprobleme, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen oder Libidoveränderungen können auch andere körperliche, psychische oder soziale Ursachen haben.


Abhängig von der individuellen Situation können beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, Medikamente, chronischer Stress, Depressionen, Schlafstörungen oder andere gynäkologische Erkrankungen eine Rolle spielen.


Eine sorgfältige medizinische Einordnung soll deshalb typische hormonelle Muster erkennen, ohne andere mögliche Ursachen zu übersehen.


Was sagt ein Hormonwert aus?


Der Wunsch nach einem «Hormonstatus» ist verständlich. Ein einzelner Laborwert liefert während der Perimenopause jedoch häufig nur eine Momentaufnahme. Insbesondere FSH und Estradiol können innerhalb kurzer Zeit deutlich schwanken.


Laboruntersuchungen können bei bestimmten Fragestellungen sinnvoll sein – beispielsweise bei ungewöhnlich frühen Beschwerden, unklaren Zyklusveränderungen oder dem Verdacht auf andere Erkrankungen. Welche Werte tatsächlich hilfreich sind, sollte individuell entschieden werden.


Ein möglichst grosses Laborpaket führt nicht automatisch zu mehr Klarheit. Wichtig ist, dass eine Untersuchung eine konkrete medizinische Frage beantwortet.

Eine gute Abklärung beginnt deshalb nicht mit einem einzelnen Laborwert, sondern mit der Frau und ihrer Geschichte.

Auch die Sexualität kann sich verändern.


Die Perimenopause kann Sexualität auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Veränderungen der Schleimhäute können zu Trockenheit, Brennen oder Schmerzen führen. Schlafmangel, Erschöpfung, Stimmung, Stress, Medikamente, das eigene Körpergefühl und die Beziehungssituation können ebenfalls Lust und Erregung beeinflussen.


Sexualität ist jedoch nicht allein von Hormonen abhängig. Sie entsteht im Zusammenspiel körperlicher, psychischer, partnerschaftlicher und sozialer Faktoren.

Beschwerden wie vaginale Trockenheit oder Schmerzen beim Sex müssen nicht einfach als unvermeidlicher Teil des Älterwerdens akzeptiert werden. Je nach Ursache stehen verschiedene lokale, hormonelle, nicht hormonelle und sexualmedizinische Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


Die passende Behandlung richtet sich nach den konkreten Beschwerden, der gesundheitlichen Vorgeschichte, möglichen Risiken und den persönlichen Bedürfnissen.

Mögliche Bestandteile sind beispielsweise:


- Information und Beratung,

- Anpassungen bei Schlaf, Bewegung und Stressregulation,- lokale Behandlungen bei vaginalen oder vulvären Beschwerden,

- nicht hormonelle Behandlungsmöglichkeiten,

- eine individuell geprüfte menopausale Hormontherapie,

- sexualmedizinische Beratung,

- Beckenbodenphysiotherapie,

- die gezielte Behandlung anderer körperlicher oder psychischer Ursachen.


Eine Hormontherapie kann für manche Frauen eine wirksame Option sein. Ob sie geeignet ist und welche Form infrage kommt, muss individuell beurteilt werden. Ebenso wichtig ist es, Frauen ohne Wunsch nach einer hormonellen Behandlung evidenzbasierte Alternativen anzubieten.


Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll?


Eine Beratung kann sinnvoll sein, wenn Veränderungen neu auftreten, zunehmen oder die Lebensqualität beeinträchtigen. Besonders wichtig ist eine zeitnahe gynäkologische Abklärung bei sehr starken, ungewöhnlichen oder anhaltenden Blutungen, Blutungen nach dem Sex oder nach bereits eingetretener Menopause sowie bei neuen oder ausgeprägten Schmerzen.


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Ab dem 1. November 2026 bietet Oh yes baby yes Online-Beratungen zu Zyklus, Perimenopause, Menopause und hormonellen Fragestellungen an.



Im Gespräch betrachten wir Ihre Beschwerden, Ihren Zyklus, Ihre medizinische Vorgeschichte, bestehende Befunde und Ihre persönlichen Bedürfnisse. Wir besprechen, welche weiteren Abklärungen sinnvoll sein können und welche hormonellen oder nicht hormonellen Behandlungsmöglichkeiten grundsätzlich infrage kommen.


Falls eine körperliche Untersuchung, ein Ultraschall oder eine Blutentnahme erforderlich ist, empfehlen oder koordinieren wir die entsprechenden nächsten Schritte vor Ort.



Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.





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