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Was hilft gegen starke Blutungen und PMS?

Johanna Janku, Lea Schumpf, Marcel Steinmann und Sabrina Vollrath haben Ihre Fragen im «Puls»-Chat beantwortet.





Was kann gegen eine stark ausgeprägte negative Verstimmung durch das PMS gemacht werden?

Johanna L. Janku: Das prämenstruelle Syndrom besteht aus verschieden körperlichen und psychischen Symptomen. Zu den häufigsten psychischen Symptome gehören Anspannung, Müdigkeit, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. Auch Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten können auftreten. Nach einer klinischen Abklärung möglicher Ursachen und einer Symptomdokumentation über mehrere Monate (Menskalender) würde ich zunächst Lebensstiländerungen empfehlen: Regelmässige Bewegung, eine gesunde Ernährung und gute Schlafhygiene können Stimmungsschwankungen reduzieren. Achtsamkeits- und Meditationsübungen können helfen, Stress abzubauen. Auch die Unterstützung durch das soziale Umfeld kann Ihnen diese Zeit entlasten. Falls Sie weiterhin belastet sind durch die PMS-Symptomatik, können alternative Therapien eingeleitet werden. Hier lassen sich beispielsweise die Behandlung mit Vitex Magnus-castus (Mönchspfeffer) und Kalzium erwähnen. Auch eine hormonelle Verhütung oder Antidepressiva könnten in Betracht gezogen werden.


Ich habe jeweils sehr starke Blutungen, was energieraubend ist. Die Blutungen sind allerdings meistens schmerzfrei. Gibt es etwas, das dagegen hilft?

Johanna L. Janku: Für Ihre Situation würde ich eine gynäkologische Untersuchung inklusive Ultraschall durch Ihren Frauenarzt oder Frauenärztin dringend empfehlen. Starke Blutungen können belastend sein. Es sollte bei Ihnen gegebenenfalls auch eine Blutentnahme durchgeführt werden, um einen möglichen Eisenmangel auszuschliessen. Starke Blutungen können zu einer Anämie führen verursachen, was zu einem Gefühl der Kraftlosigkeit führen kann. Eine Eisensubstitution kann helfen, dem Eisenmangel entgegenwirken.


Wie kann ich trotz PCOS und Endometriose einen regelmässigen Zyklus erreichen?

Sabrina Vollrath: Bei PCOS sollte eine ausführliche gynäkologisch-endokrinologische Diagnostik erfolgen um die verschiedenen Stellschrauben dementsprechend angehen zu können. An vorderster Stelle stehen Lifestyle-Modifikationen (mehr Sport, gesunde ausgewogene Ernährung, viel Schlaf) gefolgt von der Korrektur eines gestörten Zuckerstoffwechsels bis hin zur Einnahme einer Pille welche das Zyklusbild quasi via Pilleneinnahme auch regulieren kann.


Was macht man am besten gegen starke Bauchkrämpfe? Welche Tabletten könnte man nehmen, die helfen würden?

Marcel Steinmann: Es gibt viele verschiedene Ansätze: 1. Wärme (Bettflasche), Tee, Ernährung (Käse/Quark >lindern via Calcium-Zufuhr die Krämpfe; Spinat/Blattgemüse >verringert Blutungsstärke) 2. Phytopräparate: Magnesium, Calcium, Premens (Mönchspfeffer) 3. Schmerzmittel: NSAR (Ibuprofen z.B.), Novalgin (schmerzsstillend und krampflösend) 4. Krampflösende Medikamente/Spasmolytika: Buscopan z.B. 5. Hormonelle Präparate wie die Pille oder eine Gestagenpräparat (auch die Hormonspirale) können auch eine gute Option sein.


Ich habe drei Kinder. Mit jedem Kind sind meine PMS Beschwerden mehr geworden. Was kann man da tun? Gibt es natürliche Methoden die helfen?

Sabrina Vollrath: Ja, bei PMS-Beschwerden gibt es viele natürliche Methoden, die erstmal auprobiert werden können. Dazu gehören: 1) Mikronährstoffsubstitution mit Vitamin E, Vitamin C, Magnesium und Vitamin B6 2) Pflanzliche Thearpie mit Mönchspfeffer, Johanniskraut-, Saffran oder Ginko-Präparaten. Falls natürliche Methoden nicht weiterhelfen, kommen in einem zweiten Schritt medikamentöse Methoden (Ovulationssuppression, Antidepressiva) in Frage.


Guten Tag Ich (47) habe seit der Geburt meines 2. Kindes vor 7 Jahren eine sehr starke Menstruationsblutung und daher fast dauernd Ferritinmangel (4-7ng/ml). Eiseninfusionen nützen jeweils ein paar Monate, dann ist der Eisenspeicher wieder leer. Mit Cyclokapron habe ich die Blutungen mehr oder weniger im Griff, aber manchmal nützt dieses Medikament nicht. Ein Myom konnte ausgeschlossen werden. Die Frauenärztin empfiehlt mir eine Hormonspirale um die Blutungen zu reduzieren. Gibt es noch andere Möglichkeiten? Vielen Dank im Voraus für Ihren Rat!

Marcel Steinmann: Das ist ein häufiges Phänomen. Die Hormonspirale (am besten Mirena) wirkt hier tatsächlich sehr gut. Eine Alternative wäre eine Gestagenpille (öhne Östrogene), entweder zyklisch oder durchgehend, ein gutes neues Präparat ist hier die Slinda. Sollten Sie zusätzlich Wechseljahrsbeschwerden haben, so wäre auch eine Hormonersatztherapie, a.e. in kontinuierlichem Regime (damit keine Blutungen) eine Option.


Hallo, hat frau mit der Kupferspirale stärkere oder schwächere Blutungen? Merci

Johanna L. Janku: Kupferspiralen können den Blutfluss in der Gebärmutter erhöhen und zu stärkeren Menstruationsblutungen führen. Leider kann sowohl die Dauer als auch die Menge der Periodenblutung beeinflusst sein. Die Auswirkungen der Spirale sind sehr individuell, eine ärztliche Einschätzung ist sinnvoll.


Ich bin interessiert zyklusbasiert zu trainieren, Ausdauer wie auch Krafttraining, gibt es einen Literaturtipp von Ihrer Seite?

Lea Schumpf: Guten Abend. Swissolympic engagiert sich sehr zu diesem Thema. Hier gibt es viel spannendes zum Lesen: https://www.swissolympic.ch/athleten-trainer/frau-spitzensport/fokusthemen


Welche Vorboten gibt es für die erste Mens? Ab wann macht es z.B. Sinn, unserer Tochter Hygieneprodukte mit in ein Schullager zu geben?

Lea Schumpf: Guten Abend. Das erste Mens-Blutung beginnt im Schnitt mit 12.8 Jahren und ca zwei Jahre, nachdem das Brustwachstum begonnen hat. Wichtig ist, dass Ihre Tochter weiss, dass die Blutung irgendwann beginnen wird, dass dies nichts schlimmes ist und Sie sich dann auch an die Lehrpersonen wenden darf.


Ich finde die Idee den Zyklus zu spüren eigentlich wunderschön. ich spüre meinen Zyklus seit meiner zweiten Schwangerschaft aber eher im negativen Sinne. Meine Periode ist zwar kurz aber sehr sehr stark. Habe wärend der Mens starke Krämpfe. Ich leide an extremen stimmungsschwankungen und einem sehr dünnen nervenkostüm vor der Mens. Worunter auch meine Kleinkinder leiden. Ich hatte vor den schwangerschaften PCO, das heisst ich leide immernoch an starker Behaarung im Gesicht. Und von meiner Lybido ist leider auch nicht mehr viel übrig. Könnte eine Hormonelle Verhütung wie die hormonspirale dagegen helfen`?

Sabrina Vollrath: Ihre Beschreibung deutet auf ein PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung) hin. Frauen mit PMDS reagieren auf die hormonellen Schwankungen im Zyklus stärker, was sich bis auf die Zellebene (Botenstoffe im Gehirn) auswirkt. In solchen Fällen hilft es den Zyklus hormonell zu unterdrücken. Dies kann beispielsweise mit einer hormonellen Pille (kombinierte Pille oder Gestagenpille), hormonellen Vaginalring, einem Verhütungspflaster oder einer Hormonspritze erreicht werden. Die Hormonspirale unterdrückt den Eisprung per se nicht, sondern verändert lokal die Begegbenheiten in der Gebärmutter sodass sich eine Schwangerschaft nicht einnisten kann. Deswegen hilft eine Hormonspirale bei den von Ihnen genannten Symptomen nicht.


Guten Abend. Ich habe von meiner Gynäkologin ein Medikament (Primolut) für die Verschiebung der Mens erhalten, habe es aber noch nie verwendet. Wie oft kann ich das machen? Ist es in Ordnung wenn ich die Mens so 2-3 Mal im Jahr verschieben würde?

Marcel Steinmann: Primolut wird häufig eingesetzt. Es ist ein Gestagen, welches jedoch auch zu Östrogen metabolisiert wird. Wichtig ist deshalb, dass Sie keine Risiken/Kontraindikationen für eine Östrogenpräparat haben. Sicherer wäre ein anderes Gestagen, wie z.B. Utrogestan oder Duphaston.


Guten Tag! Ich hatte kurz nacheinenander zwei Schwangerschaften und jetzt seit ca. 4 Monaten meine Tage wieder. Die Blutung wird jedesmal stärker und ich komme mit den gängigen Produkten kaum mehr zurecht. Ich kombiniere zB Menstasse mit Binde, aber das hält auch nicht lange. Welche Produkte können sie empfehlen? Nimmt die Stärke mit der Zeit wieder ab?

Johanna L. Janku: Guten Abend. In der von Ihnen beschriebenen Situation ist eine gynäkologische Untersuchung inklusive eine Bildgebung mittels Ultraschall durch Ihre*n Frauenarzt oder Frauenärztin sinnvoll. Hormonelle Umstellungen (Schwangerschaft, Stillzeit) können Ihre Menstruation beeinflussen. Ihre aktuelle Verhütung, der Entbindungsmodus, eventuelles Stillen und auch ihr Alter sind Informationen, die zur Beurteilung der Situation unter anderem noch wichtig wären. Ebenfalls sind auch Infektionen auszuschliessen. In der Bildgebung kann man abnormale Veränderungen der Gebärmutter feststellen. Nach Abschluss der Diagnostik kann man mehr über die Ursache von unregelmässigen Blutungen gesagt werden. Wichtig ist, Bei starken Blutungen sind unter Umständen saugfähige, grosse Binden oder grosse Tampons empfehlenswerter als Menstruationstassen.


Welche Auswirkungen hat eine Hormonspirale auf die PMS-Symtome?

Sabrina Vollrath: Um das PMS (prämenstruelle Syndrom) effizient anzugehen müssen die hormonellen Schwankungen des weiblichen Zyklus «pausiert werden». Dies geschieht durch eine hormonelle Verhütung, welche via die Blutbahnen bis zum Taktgeber des Zyklus gelangt und diesen «unterdrückt». Eine Hormonspirale wirkt lokal und hat keine Wirkung, welche bis in die Blutbahnen gelangt (sogenannte systemische Wirkung). Dies konnte auch in wissenschaftlichen Arbeiten schön gezeigt werden. Unter diesem Aspekt ist nicht davon auszuehen, dass eine Hormonspirale ausserhalb des Plazeboeffektes die PMS-Symptome mindern kann. Sprich die hormonelle Spirale hat keinen Effekt aus PMS-Symptome.


Guten Abend Wen man An Pcos und langen Blutungen Schmerzen und Stimmungsschwankungen Kopfschmerzen usw leitet. Welche Pille wäre besser? Die Zenzi Gynial Oder die neue Pille Slinda? Was ist bei den zwei Pillen der Unterschied? Vielen Dank

Marcel Steinmann: Beide sind möglich. Bei der Slinda ist eine Abbruchblutung vorgesehen (4 letzte Tbl. wirkstoffrei), bei Zenzi Gynial nicht. Es ist zu erwarten, dass es unter Zenzi Gynial häufiger zu Zwischenblutungen kommt. Des Weiteren wirkt das Drospirenon (Slinda) antiandrogen und hilft somit bei Acne/vermehrter Behaarung/Haarausfall besser als das Desogestrel (Zenti Gynial), wobei leicht auf Kosten der Libido. Weiter wirkt die Slinda entwässernd. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Ist es üblich, dass mit dem Alter die Menstruation stärker wird? Ich bin 40 jährig, kinderlos und seit ein paar Monaten, blute ich am 2. und 3. Tag stärker. Beschwerden oder Zwischenblutungen habe ich keine.

Lea Schumpf: Es kann sein, dass die Menstruation im Verlauf des Lebens sich ändert und wie in Ihrem Falle stärker wird. Auslöser können sowohl die Organe (die Gebärmutter) als auch das Hormonsystem sein. Solange sie keine Beschwerden haben, die Blutung nicht allzu stark ist, brauchen Sie aber nichts zu unternehmen.


Guten Tag Ich stille unser 1.5 Jahre altes Kind noch und habe wohl damit verbunden noch keinen Zyklus (keine Monatsblutungen). Ansonsten bin ich gesund, ausser evtl. etwas gestresst. Ist das normal? Ab wann sollte ich deswegen zur Frauenärztin? Hat das Ausbleiben der Regel einen positiven oder negativen Einfluss auf meine Gesundheit? Vielen Dank.

Marcel Steinmann: Das ist normal, da das Milchhormon/Prolaktin, in der Stillzeit ausgeschüttet und dadurch ihr Zyklus unterdrückt wird. Sollte sich der Zyklus nach dem Abstillen nicht wieder einpendeln, so sollte Sie dies bei der Frauenärztin abklären lassen. Generell ist eine längere Zeit ohne Menstruationsblutung (sog. Amenorrhoe) auch mit Risiken verbunden durch den Östrogenmangel (>Osteoporose u.a.). Das Stillen hat aber natürlich viele positive Auswirkungen auf ihr Kind. Ich hoffe, das hilft Ihnen.


Hallo und guten Abend Ich bin 48 Jahre und in den Wechseljahren. Seit Mitte Dezember habe ich längere Phasen mit leichten-mittleren Blutungen. Dazwischen waren nur wenige Tage ohne Blutung. Ich fühle mich grundsätzlich gut, habe auch keinerlei Schmerzen. Ist das ´normal´ und was gibt es für Behandlungsmöglichkeiten. Ich bin unsicher, ob ich zur Gynäkologin gehen soll. Herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

Marcel Steinmann: Eine Blutungsstörung in den Wechseljahren ist sehr häufig, da die restlichen Follikel/Eizellen, nicht immer reifen wie sie sollten (Follikelreifungsstörung). Der Eisprung kann verführt, verspätetet oder gar ganz ausbleiben. Dies führt zur Zyklusunregelmässigkeit. Wichtig sind die jährlichen Jahreskontrollen mit Brust-Kontrolle und Pap-Abstrich alle 3j. Ich denke eine Kontrolle mit vaginalem Ultraschall zur Kontrolle der Gebärmutterschleimhaut wäre nicht übertrieben. Angst müssen Sie nicht haben, dennoch sind wir Ärzte immer lieber auf der sicheren Seite. Ich hoffe, das hilft Ihnen.


Guten Tag Woran kann es liegen, wenn man eine verlängerte Follikelphase hat und dann 38 Tage Zyklen hat? MfG

Marcel Steinmann: Dies können verschiedenste Gründe sein. Eine häufige Ursache der gestörten Follikelreifung ist das PCO-Syndrom oder eine abnehmende Eizellreserve/das Alter. Die Empfehlungen und Abklärungen richten sich unter anderem nach Ihrer individuellen Situation (besteht Kinderwunsch? könnten Wechseljahre vorliegen? etc.). Ich empfehle Ihnen, dies mit Ihrer Frauenärztin anzuschauen.


Vor der Geburt meine Kinder hatte ich keinerlei Beschwerden. Nun habe ich aber seither sehr starke Unterleibs- und Rückenschmerzen jeweils aber nicht bei der Periode sondern in der Mittel des Zyklus, jeweils beim Eisprung. Kann man etwas spezifisch gegen diesen «Mittelschmerz» machen? Die Hormonspirale hat bei mir keinerlei Besserung gebracht.

Marcel Steinmann: Falls nicht bereits erfolgt, so empfehle ich Ihnen eine Standortbestimmung bei Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt, um organische Ursachen wie eine Endometriose auszuschliessen. Mögliche Ansätze: – Magnesium oder Calcium – Mönchspfeffer (Premens) – Unterdrückung des Eisprungs / Ovulationshemmung, damit auch des Mittelschmerzes mittels Gestagenpille oder kombinierter Pille/Verhütung Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Guten Abend Ich habe sehr starke prämenstruelle Symptome, obwohl meine Mens durch die Hormonspirale viel schwächer geworden ist. Was halten Sie von Premens? Hilft es? Gibt es Alternativen? Danke!

Johanna L. Janku: Die Behandlung mit Vitex Magnus-castus (Mönchspfeffer) hilft vor allem bei körperlichen Symptomen gut. Wichtig ist es, Geduld zu haben, denn es ist ein pflanzliches Präparat und muss entsprechend regelmässig einmalig täglich eingenommen werden. Die Symptomlinderung kann erst im zweiten oder dritten Zyklus spürbar werden. Alternativ kann die Behandlung mit Kalzium und Magnesium effektiv sein bei der Symptomatik.


Guten Abend Ich habe einen Zyklus von 24 Tagen, und jeweils 5-7 Tage die Periode. Das schon seit 25 Jahren, seit ich meine Periode habe, damals sogar ein Zyklus von 21 Tagen. Ich nahm früher die Pille, vertrug sie aber nicht und mein Mann ist sterilisiert, deshalb kommt Hormonelle Behandlung nicht infrage. Gibt es natürliche Methoden den Zyklus etwas zu verlängern, oder die Periode zu kürzen?

Sabrina Vollrath: Beide Ihre Fragen können mit JA beantwortet werden. Jedoch können die Therapievorschläge nicht gleichzeitig erfolgen. Es gilt abzuwägen was für Sie Priorität hat? Ein längerer Zyklus versus eine kürzerer Menstruationsblutung? Die Zyklusverlängerung kann oftmals bereits schon durch die jeweilige Einnahme eines natürlichen Progesterons in der zweiten Zyklushälfte – als Unterstützung der Phase nach dem Eisprung – erreicht werden. Falls die Blutungsdauer stört und im Vordergrund steht, könnten als Alternative zur Pille, die sie nicht vertragen haben, andere hormonelle Methoden in Erwägung gezogen werden, welche die Blutungsintensität und -dauer erfolgsversprechend reduzieren können.


Guten Abend Bei mir wurde vor meiner ersten Schwangerschaft PCO diagnostiziert. Durch Gewichtsreduktion und metformin wurde ich dann nach einem Jahr schwanger. 11 Monate nach der Geburt meiner Tochter wurde ich gleich im ersten Zyklus wieder schwanger und bin heute super happy mit meinen zwei Mäusen. Meine Periode kommt sehr regelmässig. Trotzdem leide ich wieder an stärkerem Haarwuchs im Gesicht und unreinen Haut. Kann es sein, dass das PCO wieder zurück ist? Und kann/soll man etwas dagegen tun, auch wenn kein Kinderwunsch mehr besteht?

Lea Schumpf: Ein polyzystisches Ovarsyndrom lässt sich nicht heilen, sondern begleitet Betroffene ein Leben lang. Das PCO-Syndrom geht mit einem Ungleichgewicht der Hormone einher. Folge kann ein unregelmässiger Menstruationszyklus sein. Durch eine Gewichtsreduktion, ggf zusätzlich unterstützt mit Metformin, kann es sein, dass wieder ein regelmässiger Zyklus erreicht wird. Das PCO kann auch mit einem Überschuss der männlichen Hormone verbunden sein, was weiterhin bestehen kann, auch bei regelmässigem Zyklus. Der Überschuss an männlichen Hormonen kann zu einer verstärkten Körperbehaarung, vermehrter Akne oder Haarausfall führen. Besteht kein Leidensdruck und wenn Sie 3-4x im Jahr eine Mens-Blutung haben, muss bei einem PCO-Syndrom nichts unternommen werden. Wichtig ist, ein gesunder Lebensstil. Besteht Übergewicht, ist es wichtig, das Normalgewicht zu erreichen. Dies kann bereits eine Besserung bei störenden Häärchen im Gesicht / Akne bringen. Es gibt auch kosmetische Ansätze (Cremes ect.) die helfen können. Auch Pillen, welche die männlichen Hormone hemmen, können eingesetzt werden. Ich schlage vor, dass Sie sich bei Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt beraten lassen. Ggf. macht es auch Sinn, die Blutzuckerwerte kontrollieren zu lassen und zu schauen, ob sich hier etwas optimieren lässt.


Ich hatte noch nie einen regelmässigen Zyklus. Meistens ist der Abstand zwischen 38 und 45 Tagen. Ist es schlimm wenn der Zyklus so lange geht?

Marcel Steinmann: Eine Zyklusunregelmässigkeit (Oligomoenorrhoe in Ihrem Fall) ist nicht per se schlimm. Es ist jedoch immer gut zu wissen, welches die Ursache ist. Wichtig ist, dass Sie mindestens 4x/Jahr eine normale Menstruationsblutung haben, damit die Gebärmutterschleimhaut abbluten kann. Ich empfehlen Ihnen grosszügig eine Abklärung bei ihrer Frauenärztin/Frauenartzt. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Wird der Zusammenhang zwischen Zyklus und Schlafproblemen untersucht?

Sabrina Vollrath: Ja, der Zusammenhang zwischen Menstruationszyklus und Schlafproblemen interessiert die Wissenschaft. Eine kürzliche Zusammenfassung diverser wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema «Schlaf und Zyklus» (Jeon et al, 2023, BMC Womens Health) hat gezeigt, dass die hormonellen Veränderungen während des Menstruationszyklus erheblichen Einfluss auf die Schlafqualität haben. Spannend ist, dass insbesondere Frauen die z.B. unter PMS (prämenstruelle Störung) oder Dysmenorrhoe (Schmerzen bei der Menstruation) leiden häufiger von assoziierten Schlafproblemen berichten.



Guten Abend Ich habe zwei Kinder 2 und 4 und seit der zweiten Geburt hat sich meine Libido ziemlich verabschiedet. Wenn es dann mal dazu kommt, verhüten wir mit kOndom. Könnte ine hormonelle Verhütung zb die Hormonspirale der Lust wieder einen Aufschwung geben?

Johanna L. Janku: Guten Abend! Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich das sexuelle Verlangen nach einer Schwangerschaft und Entbindung verändert. Hormonelle Umstellungen wirken sich auf Körper und Seele aus. Wurde bereits eine klinische, gynäkologische Untersuchung durchgeführt? Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll. Eine individuelle Einschätzung ihrer persönlichen Situation (Körper, Psyche), auch im Hinblick auf ihre Familie / Partnerschaft, ist hilfreich. Junge Eltern, die sich natürlich mit den Herausforderungen ihrer neuen Rollen befassen, haben nicht selten solche Symptome. Lebensstiländerungen können bereits einen Einfluss auf ihre Libido haben wie bspw. eine verbesserte Schlafhygiene, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Suchtmittel). Die Kommunikation über Ihre Bedürfnisse und Wünsche innerhalb der Partnerschaft ist essentiell, kann aber in dieser neuen Gesamtsituation erschwert sein. Hormonelle Verhütungsmethoden können einen Einfluss haben auf die Libido, allerdings nicht immer zum Positiven. Eine individuelle Einschätzung ist sinnvoll.


Liebes Experten-Team, ich bin 37 Jahre alt und leide seit der Geburt meines Sohnes an Hypermenorrhoe. Eine Endometriose/Myome konnten ausgeschlossen werden. Auch bei der Gerinnungssprechstunde an der Charité konnte keine Ursache gefunden werden. Habt ihr noch eine Idee, was ich aktiv dagegen tun kann? Die montatlichen starken Blutungen führen auch zur einer Eisenmangelanämie, die dauerhaft therapiert werden muss.

Sabrina Vollrath: Verstärkte Blutungen können allerlei Ursachen haben. Mit 37 Jahren befinden Sie sich in der späten reproduktiven Phase wo der Zyklus nicht mehr wie ein «Uhrwerk» funktioniert. So werden Zyklen häufiger wo gar kein Eisprung stattfindet. Dadurch kommt es zu einem «relativen Östrogenüberschuss». Das Östrogen stimuliert Ihre Schleimhaut. So kommt es häufig in dieser Phase zu stärkeren Blutungen als noch 10 Jahre zuvor. Dieser Östrogendominanz könnte mit einer Hormonspirale – die lokal Gestagene abgibt – entgegengewirkt werden. Natürlich gibt es auch andere Ursachen verstärkter Blutungen wie Sie bereits erwähnt haben. Neben dem Ausschluss von Gerinnungsstörungen und Myomen sollte auch eine ausführliche Diagnostik der Gebärmutter durchgeführt werden beispielsweise mit einem Ultraschall um Polypen der Gebärmutterschleimhaut auszuschliessen. Weiter sollten Infektionen der Gebärmutterschleimhaut (chronische Endometritis) ausgeschlossen werden, welche ebenso eine verstärkte Blutung bedingen können.


Guten Abend Mein normaler Zyklus dauert 23 Tage, Periode 6 Tage stark und mit Krämpfen. Während meiner beiden Stillzeiten von jeweils je 2 Jahren war der Zyklus viel erträglicher mit 28-30tagen, 4 Tage Periode ohne Schmerzen. Wie kriege ich das ohne stillen hin? Ich weiss, dass Prolaktin die Lh Ausschüttung hemmt, aber was bedeutet das für Progesteron/Östrogen? Habe ich ohne Stillen einen Progesteron oder einen Östrogen Überschuss? Danke für Ihre Erklärung:)

Lea Schumpf: Prolaktin hat einen Einfluss auf den Zyklus. Wenn noch viel gestillt wird, sprich viel Prolaktin ausgeschüttet wird, wird die Ausschüttung von LH und FSH unterdrückt und die Frau hat keinen Eisprung. Dies hat wiederum einen Einfluss auf die Produktion von Estrogen und Progesteron. Reduziert eine Frau das Stillen, pendelt sich der Zyklus langsam wieder ein und die Hormonlevels ändern sich entsprechen. Gut möglich, dass Sie diese Veränderungen wahrnehmen. Als «Überschuss von Östrogen und Progesteron» würde ich dies aber nicht bezeichnen. Pflanzliche Ansätze können helfen (z. B. Mönchspfeffer). Besteht ein grosser Leidensdruck, würde ich eine Beratung bei Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt empfehlen.


Guten Abend, ich bin 47 Jahre alt und leide seit der Coronaimpfung an vermehrt starker Blutung, so dass ich ein bis zweimal eine Eieninfusion pro Jahr benötige. Jetzt hat mei Frauenarzt die Goldnetzt Methide vorheschlagen. Da ich mit unregelmössigen Blutugen auch im Beginn der Menopause bin.....bin uch etwas unsicher jetzt noch eine Op zu machen. Was ist ihre Meinung gibt es noch andere Möglichkeiten? Mit freundlichen Grüssen

Marcel Steinmann: Die Verödung der Gebärmutterschleimhaut ist nach Abschluss der Familienplanung eine valable Option. Es ist ein Routine-Eingriff mit wenig Risiken, bleibt aber eine Operation. Eine nicht-chirurgische Alternative wäre z.B. die Hormonspirale (Mirena), welche bei starken Blutungen und Eisenmangel auch von der Krankenkasse bezahlt wird. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Seit November verlängern sich die Abstände von Mens zu Mens vorher 22-24 Tage November bis Januar'24 : 27-29 Tage, aktuell Februar'24 : 38 Tage. Habe nicht spezielle Beschwerden. Blutungen sind unterschiedlich stark nicht in jedem Zyklus gleich. Alter 46. Ich gehe davon aus, dass das noch Norm ist, weil sich auch der Körper bzw. der Zyklus verändert anhand des Alters, stimmt das?

Marcel Steinmann: Sie können dies prinzipiell weiter beobachten. Die verlängerten Zyklen könnten zu den Wechseljahren passen. Dies ist meist ein mehrjähriger Prozess (im Schnitt um 10-11 Jahre). Wenn Sie weitere Beschwerden haben, so rate ich Ihnen grosszügig ihren Frauenarzt oder Frauenärztin aufzusuchen. Es gibt viele Optionen, Sie da zu unterstützen. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Guten Abend, Ich bin 41 jährig, hatte bis vor einem halben Jahr einen regelmässigen Zyklus (ohne hormonelle Verhütung) und habe nun auf Grund von Stress im Job und viel Ausdauersport eine Zyklusstörung. dies äussert sich in Wallungen und einem ausbleiben der Mens. Wenn der Zyklus wieder einsetzt, dann sind die Wallungen von heute auf morgen verschwunden. Sobald es wieder etwas stressiger wird, setzten nun jedoch die Wallungen wieder ein. Laut Endokrinologin und einem ausgiebigen Hormonstatus bin ich noch nicht in einer Prämenopause. Die Wallungen sind leider sehr intensiv und störend, z.T bis 6x nächtliches Erwachen. Auch tagsüber immer wieder Hitzeschübe. Sonst bin ich gesund. Schilddrüsen etc. wurden bereits mehrfach angeschaut. Was gibt es aus ihrer Sicht noch für Möglichkeiten ausser Hormone zu nehmen? Stress habe ich reduziert und auch eine halbjährige Trainingspause gemacht. nun würde ich gerne wieder mehr trainieren habe jedoch Angst, dass die Wallungen wieder mehr werden. Mens habe ich wieder jedoch unregelmässig, weshalb wohl auch die Wallungen immer mal wieder kommen. Besten Dank für Ihre Ideen!

Marcel Steinmann: Die Hitzewallungen, insbesondere die nächtlichen, sind ein Ausdruck von Östrogenmangel. Dies passt zum Ausbleiben der Periode. Ich empfehle Ihnen, den Hormonstatus zu wiederholen, um eine frühe Perimenopause nicht zu verpassen. Es kann auch sein, dass die Zyklusstörung wie Sie vermuten durch äussere Faktoren, wie Stress oder intensiver Sport, bedingt ist, im Sinne einer zentralen Taktstörung. Es gibt pflanzliche Ansätze (Traubensilberkerze, Phytoöstrogene, etc.), sollte jedoch ein Östrogenmangel vorliegen, so reicht dies nicht aus und eine Hormonersatztherapie wäre die klare Empfehlung. Diese könnte bioidentisch (Estradiol und mikronisiertes Progesteron) erfolgen und die Risiken des Östrogenmangels vorbeugen, vor allem aber Ihrer Lebensqualität dienen. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Guten Tag Ich bin 41 Jahre alt, verwende keine Verhütungsmittel und leide seit Kindheit an Migräne. Dank CGRP-Antikörperspritzen konnte ich die Anzahl und Stärke der Migränetage gut reduzieren, doch kurz vor und während der Menstruation ist Migräne noch immer ein Thema und so muss ich fast monatlich mindestens ein Tag das Bett hüten. Mir wurde empfohlen, während diesen Tagen gezielt mit Triptanen (Naramig) als Prophylaxe Migräneausbrüchen vorzubeugen (1 Tag vor Mensbeginn bis ca. 3. Tag), was auch tatsächlich nützt. Allerdings ist mein Zyklus nicht 100%ig auf den Tag genau bestimmbar und so greife ich manchmal bereits zu früh zu Triptanen, da ich dachte, dass die Mens kommen könnte. Da ich die Anzahl Medikamententage aus Angst vor Medikamentnübergebrauchs-Kopfschmerzen eigentlich gerne minimal halten möchte, reagiere ich manchmal auch zu spät und kriege die Migräne dann aber trotz Triptaneinnahme und Ibuprofen nicht mehr weg. Gibt es eine Empfehlung, wie man Migräne im Zusammenhang mit der Menstruation besser in den Griff kriegen oder vorbeugen kann? Sind Medikamente bekannt, welche bei «Mentruations-Migräne» die beste Wirkung zeigen? Vielen Dank im Voraus für ihre Antwort.

Marcel Steinmann: Der Zusammenhang mit Migräne und Zyklus ist gut untersucht. Das Problem sind die Östrogenschwankungen, welche die Migräne auslösen können. Das einfachste ist, die Schwankungen zu verhindern und kontinuierliche, stabile Hormonspiegel zu erreichen. Dies gelingt mittels klassischer Pille (sofern Sie keine Aura oder anderen Risikofaktoren) oder mittels reinem Gestagenpräparat, beides jeweils im Longzyklus ohne Pillenfreies Intervall, damit keine Hormonschwankungen (Cave: keine Menstruationsblutung). Alternativ wäre auch eine kontinuierliche transdermale Hormonersatztherapie möglich. Wir haben mit allen 3 Varianten sehr gute Erfahrungen gemacht. Wichtig ist stets eine interdisziplinäre Betreuung zusammen mit den Neurologen. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.



Ich habe seit einigen Jahren das Hormonstäbchen im Arm als Verhütung. Meine Periode bekomme ich nur ca. alle 4 Monate. Heisst das, dass ich in der Zwischenzeit keinen Zyklus habe oder einfach dass die Menstruations-Phase ohne Blutung verläuft? Und ist das irgendwie 'ungesund' keine Blutung zu haben?

Johanna L. Janku: Es ist nicht ungewöhnlich, dass Frauen, die mit einem gestagenhaltigen Implantat verhüten, eine Veränderung ihrer Periode feststellen. Der biologisch aktive Metabolit des Desogestrels (Etonogestrel) wird über drei Jahre hinweg kontinuierlich in den Blutkreislauf abgegeben. Hauptnebenwirkungen sind Blutungsunregelmässigkeiten, die sie nicht beunruhigen sollten. Etwa jede fünfte Frau erlebt mit dem Verhütungsstäbchen eine Amenorrhoe (keine Blutung), während seltener vorkommende Blutungen auch möglich sind. Bei Anderen kann es aber auch zu häufigeren Blutungen bis hin zu verlängerten Blutungen führen.


Ich werde bald fünfzig und habe immer noch regelmässig meine Periode. Jetzt ist mir aufgefallen, dass ich die letzten Male immer grosse Blutklumpen auf meine Slipeinlage hatte? Muss ich mir Sorgen machen? Schmerzen habe ich keine.

Marcel Steinmann: Es ist häufig so, dass die Blutungen stärker und oft auch unregelmässiger werden. Wenn Sie keine Anämie- oder Eisenmangelzeichen haben, so können Sie dies vorerst noch beobachten.


Hat man auch nach der Menopause noch eine Art Zyklus, mit hormonellen Schwankungen?

Marcel Steinmann: In seltenen Fällen kommt es nach der Menopause zu sog. Durchbruchsovulationen, dies ist jedoch sehr selten. Meist jedoch erlischt die hormonelle Aktivität der Eierstöcke ab der Menopause und damit auch die Hormonschwankungen. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Was kann man tun, um prämenstruelle Symptome wie Schmerzen im Lendenbereich, Kopfschmerzen, Müdigkeit aufgrund von schlechtem Schlaf zu lindern. Je älter ich werde, desto ausgeprägter sind diese Symptome 1 Woche vor Einsetzen der Periode und beeinträchtigen meinen Alltag.

Lea Schumpf: Ein prämenstruelles Syndrom kann sehr belastend sein. Wichtig ist, dass Sie sich selber wahrnehmen und ggf Ihren Zyklus und die damit verbundenen Beschwerden protokollieren. So kann gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt analysiert werden, wo etwas optimiert werden kann. Die PMS-typischen Symptome werden durch die mit dem Eisprung verbundene hormonellen Veränderungen bzw. deren Wirkung auf das zentrale Nervensystem (das Hirn) ausgelöst. Die Behandlung erfolgt in der Regel stufenweise. Pflanzliche Ansätze wie Mönchspfeffer können helfen. Wichtig ist auch, dass der Mineralgehalt auf ein optimales Niveau gehoben wird. Wenn dies zu wenig nützt, kann auch eine hormonelle Therapie verschrieben werden, welche die hormonellen Schwankungen reduziert. Bei schweren Fällen und / oder wenn Hormone schlecht vertragen werden, gibt es auch noch weitere medikamentöse Therapieansätze, welche die Reaktion des Hirns auf die durch den Eisprung ausgelösten Veränderungen stabilisieren kann. Welche Therapie für welche Patientin individuell die beste ist, muss im Einzellfall entschieden werden.


Guten Abend Ich habe eine durch eine Operation diagnostizierte Endometriose und Adenomyose. Trotz Hormonspirale und zusätzlicher Einnahme der Visanne seit 7 Monaten habe ich immer noch sehr oft Unterbauchschmerzen. Was kann ich noch dagegen machen? Novalgin und Ibuprofen helfen leider kaum. Vielen Dank!

Marcel Steinmann: Das tut mir leid zu hören. Sie leiden unter einem häufigen und hartnäckigem Erkrankungsbild. Ich kann Sie nicht abschliessend beraten, da wichtige Angaben fehlen (wie umfrangreich war die die OP, besteht Kinderwunsch, etc.). Ihre bisherigen Therapieansätze sind gut, scheinen aber nicht auszureichen. Eine zusätzliche medikamentöse/endokrine Möglichkeit wäre, die Eierstockfunktion zu unterdrücken, um dadurch der Endometriose den Östrogenstimulus komplett zu entziehen. In der Regel gibt man begleitend dazu ein Östrogenpräparat dazu, damit die Nebenwirkungen des Östrogenmangels gut erträglich sind. Entscheidend in Ihrer Situation ist, ob Sie eine offene oder abgeschlossene Familienplanung haben. Sollte der anti-hormonelle Ansatz nicht zum Ziel führen, so wäre ggfs. eine erneute operative Sanierung zu erwägen. Ich empfehle Ihnen, dies mit ihrer Frauenärztin oder Frauenarzt nochmals anzuschauen und ggfs. eine Beurteilung durch ein Endometriosezentrum zu erwägen. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Ist es normal das mann nach 40 nach dem Zyklus beim Sex schmerzen hat.

Marcel Steinmann: Schmerzen beim Sex sollten nicht sein. Die Ursachen können verschieden sein. Häufig liegt eine fehlende Befeuchtung vaginal oder ein lokaler Östrogenmangel/Atrophie vor. Aber auch Hauterkrankungen oder eine Endometriose können ursächlich sein. Ich empfehle Ihnen, dies mit Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt anzuschauen. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Kann es sein, dass durch die Nutzung der Menstruationstasse stärkere Zyklusbeschwerden auftretten? Insbesonder Bauchkrämpfe.

 Stärkere Bauchkrämpfe verursacht durch die Menstruationstasse sind eher unwahrscheinlich. So hat eine kürzliche Meta-Analyse von van Eijk AM et al in Lancet Public Health in 2019 schön aufgezeigt, dass Nebenwirkungen wie Bauchkrämpfe durch den Gebrauch der «menstrual caps» sehr selten auftreten. Häufiger werden Schmerzen bei der Anwendung (Einlage und Entfernung inbesondere durch den Sog) oder durch vaginale Irritationen beschrieben.


Guten Abend, Ich habe immer direkt vor meiner Periode 3-6 Tage Schmierblutung, dazu relativ deutliche PMS. Das ist manchmal sehr belastend. Ich vermute einen Progesteronmangel, habe dazu im Internet aber nur Lösungen bezüglich unerfülltem Kinderwunsch gefunden. Auch meine Frauenärztin nimmt das Thema nicht wirklich ernst und gibt mir all halbes Jahr die «Broschüre PMS» mit... Mönchspfeffer und Progesterongel für die Brustschmerzen helfen nur bedingt. Gibt es eine Möglichkeit, das z.b. hormonell zu therapieren, ausser die Pille nehmen zu müssen? Freundliche Grüsse!

Sabrina Vollrath: Ihre prämenstruellen Schmierblutungen könnten auf eine Gelbkörperschwäche (sog. Lutealphaseninsuffizienz) hinweisen. Die Lösung bei unerfülltem Kinderwunsch ist die gleiche wie bei subjektiv störender Schmierblutung: Es gilt die zweite Zyklushälfte mit einem natürlichen mikronisierten Progesteron zu unterstützen. Lassen Sie sich dazu am besten bei einem gynäkologisch-endokrinologisch versierten GynäkologIn beraten, dann werden Sie diese Schmierblutung wahrscheinlich bald los sein.


Guten Abend, Ich bin 41 jährig, hatte bis vor einem halben Jahr einen regelmässigen Zyklus (ohne hormonelle Verhütung) und habe nun auf Grund von Stress im Job und viel Ausdauersport eine Zyklusstörung. dies äussert sich in Wallungen und einem ausbleiben der Mens. Wenn der Zyklus wieder einsetzt, dann sind die Wallungen von heute auf morgen verschwunden. Sobald es wieder etwas stressiger wird, setzten nun jedoch die Wallungen wieder ein. Laut Endokrinologin und einem ausgiebigen Hormonstatus bin ich noch nicht in einer Prämenopause. Die Wallungen sind leider sehr intensiv und störend, z.T bis 6x nächtliches Erwachen. Auch tagsüber immer wieder Hitzeschübe. Sonst bin ich gesund. Schilddrüsen etc. wurden bereits mehrfach angeschaut. Was gibt es aus ihrer Sicht noch für Möglichkeiten ausser Hormone zu nehmen? Stress habe ich reduziert und auch eine halbjährige Trainingspause gemacht. nun würde ich gerne wieder mehr trainieren habe jedoch Angst, dass die Wallungen wieder mehr werden. Mens habe ich wieder jedoch unregelmässig, weshalb wohl auch die Wallungen immer mal wieder kommen. Besten Dank für Ihre Ideen!

Lea Schumpf: Guten Abend. So wie Sie die Beschwerden beschreiben, könnten schon beginnende Wechseljahr (Fachbegriff Perimenopause) hierfür verantwortlich sein. Die Perimenopause kann mehrere Jahre andauern. Zu Beginn ist es typisch, dass die Beschwerden sehr schwankend sind, sprich Sie längere Phasen mit genug Estrogen, gefolgt von Phasen mit zu wenig Estrogen haben (welche sich mit Wallungen äussern). Je nach dem in welcher Phase bei Ihnen die Hormone abgenommen wurden, können diese dann durchaus auch Normalwerte anzeigen. Setzt aufgrund zu viel Sport die Mens aus, haben die Frauen in der Regel keine Wallungen. Wenn Sport Ihnen guttut und Sie dies in einem Vernünftigen Ausmass betreiben, sollten Sie nicht darauf verzichten. Grundsätzlich können Estrogen-Mangel-Symptome wie Wallungen inital mit nicht-hormonenellen Mitteln therapiert werden (Taubensilberkerze, Soja, Leinsamen, ect.), auch ein gesunder Lebensstil ist sehr wichtig Da Sie erst 41 Jahre alt sind, sollte nicht verpasst werden, wenn Sie länger Phasen von zu tiefem Estrogen haben. Estrogen ist sehr wichtig für ihre langfristige Gesundheit (Knochen ect.). Hat eine Frau vor 45 Jahren gar keine Mens mehr, wäre eine Hormonersatztherapie deshalb empfohlen.


Guten Abend, Ich bin 41 jährig, hatte bis vor einem halben Jahr einen regelmässigen Zyklus (ohne hormonelle Verhütung) und habe nun auf Grund von Stress im Job und viel Ausdauersport eine Zyklusstörung. dies äussert sich in Wallungen und einem ausbleiben der Mens. Wenn der Zyklus wieder einsetzt, dann sind die Wallungen von heute auf morgen verschwunden. Sobald es wieder etwas stressiger wird, setzten nun jedoch die Wallungen wieder ein. Laut Endokrinologin und einem ausgiebigen Hormonstatus bin ich noch nicht in einer Prämenopause. Die Wallungen sind leider sehr intensiv und störend, z.T bis 6x nächtliches Erwachen. Auch tagsüber immer wieder Hitzeschübe. Sonst bin ich gesund. Schilddrüsen etc. wurden bereits mehrfach angeschaut. Was gibt es aus ihrer Sicht noch für Möglichkeiten ausser Hormone zu nehmen? Stress habe ich reduziert und auch eine halbjährige Trainingspause gemacht. nun würde ich gerne wieder mehr trainieren habe jedoch Angst, dass die Wallungen wieder mehr werden. Mens habe ich wieder jedoch unregelmässig, weshalb wohl auch die Wallungen immer mal wieder kommen. Besten Dank für Ihre Ideen!

Lea Schumpf: Guten Abend. So wie Sie die Beschwerden beschreiben, könnten schon beginnende Wechseljahr (Fachbegriff Perimenopause) hierfür verantwortlich sein. Die Perimenopause kann mehrere Jahre andauern. Zu Beginn ist es typisch, dass die Beschwerden sehr schwankend sind, sprich Sie längere Phasen mit genug Estrogen, gefolgt von Phasen mit zu wenig Estrogen haben (welche sich mit Wallungen äussern). Je nach dem in welcher Phase bei Ihnen die Hormone abgenommen wurden, können diese dann durchaus auch Normalwerte anzeigen. Setzt aufgrund zu viel Sport die Mens aus, haben die Frauen in der Regel keine Wallungen. Wenn Sport Ihnen guttut und Sie dies in einem Vernünftigen Ausmass betreiben, sollten Sie nicht darauf verzichten. Grundsätzlich können Estrogen-Mangel-Symptome wie Wallungen inital mit nicht-hormonenellen Mitteln therapiert werden (Taubensilberkerze, Soja, Leinsamen, ect.), auch ein gesunder Lebensstil ist sehr wichtig Da Sie erst 41 Jahre alt sind, sollte nicht verpasst werden, wenn Sie länger Phasen von zu tiefem Estrogen haben. Estrogen ist sehr wichtig für ihre langfristige Gesundheit (Knochen ect.). Hat eine Frau vor 45 Jahren gar keine Mens mehr, wäre eine Hormonersatztherapie deshalb empfohlen.


Guten Abend. Habe ich auch mit der Hormonspirale einen Zyklus?

Marcel Steinmann: Die meisten Frauen haben mit der Hormonspirale noch einen Zyklus. Das Gestagen in der Spirale unterdrückt den Eisprung nicht konsequent, weshalb nur ca. 1/3 aller Frauen mit der Mirena (häufigste verwendete Hormonspirale) keinen Zyklus mehr haben (sog. Amenorrhoe). Was jedoch sehr häufig der Fall ist ist, dass der Zyklus weniger stark und unregelmässiger ist. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Was kann man gegen periodenschmerzen tun (ausser wärmeflasche, tee und yogaatmung)?

Johanna L. Janku: Schmerzen im kleinen Becken oder Unterbauch während der Menstruation sind nicht ungewöhnlich und können krampfartig und dumpf sein. Die Behandlung mit Wärme finde ich eine gute Idee: Alternativ zur Wärmeflasche gibt es auch speziell hergestellte Pflaster, die Abhilfe schaffen können und direkt dort angewendet werden, wo die Schmerzen am stärksten spürbar sind (Rücken, Unterbauch). Lebensstiländerungen wie Bewegung, Meditationsübungen und eine gesunde Ernährung können Symptome auch reduzieren. Magnesium kann helfen die Muskulatur zu entspannen und Schmerzmittel können auch gezielt eingesetzt werden, um Schmerzen effektiv zu lindern.


Ich habe PCOS. Ist es normal, dass ich während der ersten zwei Tage meiner Menstruation praktisch komplett ausfalle? Die Schmerzen habe ich mit 400mg Ibu einigermassen im Griff, ich fühle mich aber trotzdem einfach krank, habe kaum Energie, es reicht knapp um zu duschen.

Sabrina Vollrath: Schmerzen können ein «Energiefresser» sein. Das PCOS ist wahrscheinlich nicht für die von Ihnen beschriebenen Schmerzen verantwortlich. Hinter schmerzmittelpflichtigen bis hin zu im «Alltag lähmende» Schmerzen können andere Ursachen wie beispielsweise eine starke Blutung, eine Adenomyose oder eine Endometriose verborgen sein. Es ist wichtig, diese mit einem Fachspezialisten detailliert zu untersuchen, um eine gezielte Behandlungsstrategie zu entwickeln, die Ihre Schmerzen längerfristig effektiv reduziert.


Guten Abend, ich würde gerne fragen, ob sie einen Rat für mich haben oder an wen ich mich am besten wenden könnte. Ich leide zyklusabhängig unter Migräne. Ich habe meistens am Ende der Mens ein -bis zweimal Migräne, beim Eisprung und bevor die Blutung kommt..

Marcel Steinmann: Das ist ein häufiges Phänomen. Die Hormonschwankungen (der Östrogene v.a.) können die Migräne auslösen. Versuchen Sie Mönchspfeffer/Premens (1x/Tag für 3 Monate). Ansonsten wären stabile Hormonspiegel ohne Schwankungen zu empfehlen. Die ist einfach zu erreichen mittels Hemmung des Eisprungs (klassische Pille oder bioidentische Hormone oder reines Gestagenpräparat). Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Ich bin 35 Jahre alt. Ich nehme seit 2017 keine Hormone mehr zur Verhütung ein. Ich war zwei mal schwanger und merke, dass sich mein Zyklus nach den Schwangerschaften verändert hat. (Schwangerschaften 2020 und 2022) Ich habe Stimmungsschwankungen, während der Periode, teilweise sehr starke, Kopfschmerzen und starke Blutungen. Mein Gynäkologe empfiehlt mir die Spirale, dies kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte keine Hormone mehr einnehmen. Welche Empfehlungen gibt es Eurerseits um meine Symptome zu lindern? Vielen Dank und freundliche Grüsse

Marcel Steinmann: Es gibt mittlerweile viele gute hormonelle Ansätze, mit welchen man auf individuelle Bedürfnisse Rücksicht nehmen kann. Sollte dies für Sie klar keine Option sein, so wären mögliche Ansätze: – Mönchspfeffer (z.B. Premens 1x/d für 3 Monate) – Ca-/Mg-Präparate (lindern Bauchkrämpfe) – Vit-D (stimmungsaufhellend, antientzündlich) – Ingwer (schmerzlindernd) – Eisenreiche Ernährung (falls Blutungen stark) – Tryptophan (Vorbote Serotonin) Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Guten Abend Wie gesund ist für den Zyklus eine Pille die man durchnehmen muss und die Blutung nicht mehr hat?

Johanna L. Janku: Guten Abend! Auch hier bedarf es einer individuelle Einschätzung der Situation. Grundsätzlich wird bei starken Symptomen oder Schmerzen während der Periode teilweise eine durchgehende Einnahme der oralen Kontrazeption empfohlen. Es kann Vorteile haben, da es Beschwerden wie Krämpfe oder zyklusbedingte Migräne reduzieren kann. Durch die Einnahme von Hormonpräparaten wird jedoch weiterhin die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, die dann bei einer Einnahmepause wieder abgestossen wird.


Vor der Mens habe ich oft unreine Haut und atopische Dermatitis Schübe, was hilft dagegen?

Sabrina Vollrath: Körperliche Symptome abhängig vom Zyklus bezeichnet man auch als «katameniale Symptomatik» (im Zusammenhang mit der Menstruation). Sowohl Symptome, die im Zusammenhang mit dem Zyklus stehen als auch die unreine Haut würden von einer Zyklusunterdrückung durch eine hormonelle Verhütung profitieren (Hormonpille, Hormonplaster, Hormonspritze, hormoneller Vaginalring).


Guten Abend Wen man An Pcos und langen Blutungen Schmerzen und Stimmungsschwankungen Kopfschmerzen usw leitet. Welche Pille wäre besser? Die Zenzi Gynial Oder die neue Pille Slinda? Was ist bei den zwei Pillen der Unterschied? Vielen Dank

Marcel Steinmann: Beide sind möglich. Bei der Slinda ist eine Abbruchblutung vorgesehen (4 letzte Tbl. wirkstoffrei), bei Zenzi Gynial nicht. Es ist zu erwarten, dass es unter Zenzi Gynial häufiger zu Zwischenblutungen kommt. Des Weiteren wirkt das Drospirenon (Slinda) antiandrogen und hilft somit bei Acne/vermehrter Behaarung/Haarausfall besser als das Desogestrel (Zenti Gynial), wobei leicht auf Kosten der Libido. Weiter wirkt die Slinda entwässernd. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Guten Abend Ich habe einen unregelmässigen Zyklus, der sich zwischen 28 und 43 Tagen bewegt. Ich weiss mit Sicherheit, dass ich am 14. Tag meinen Eisprung hatte, nun ist der 32. Zyklustag und ich habe meine Menstruation noch nicht bekommen. Ab wann spricht man von einem verlängerten Zyklus? und variert normalerweise die Hälfte vor dem Eisprung oder die Hälfte nach dem Eisprung?

Lea Schumpf: Guten Abend. Die zweite Zyklus-Phase, die Phase nach dem Eisprung, ist in der Regel konstant (ca 14 Tage). Die erste Zyklusphase kann variieren, sprich es kann länger dauern, bis die Follikelreifung in Gange kommt. Für eine ausbleibende Menstruation kann eine Schwangerschaft verantwortlich sein. Es gibt aber auch andere Gründe, dass die zweite Zyklusphase doch auch mal länger als 14 Tage andauern kann. Es gibt verschieden Definitionen für einen «unregelmässigen Zyklus». Eine ist, wenn der Zyklus kürzer als 21 oder länger als 35 Tage ist oder eine Frau weniger als 8 Zyklen im Jahr hat.


Guten Tag! Wie lange darf man eine Menstruationstasse drin lassen und wie häufig muss man sie auskochen? Wie reinigt man sie am besten, wenn man länger unterwegs ist?

Sabrina Vollrath: Eine Menstruationstasse sollte nicht länger als 12 getragen werden und sollte mindestens 1 Mal pro Zyklus «thermisch oder chemisch sterilisiert» werden. Unterwegs kommt dadurch die «chemische Sterilisation» mittels sog. «sterilisation tabs» in Frage.


Ich habe Migräne seit der Pubertät. Vorallem bei Hormonumstellungen (Beginn & Ende Schwangerschaft, Still-Ende) triggert es eine Migräne. Hatte vor den Schwangerschaften etwa 1-4x im Jahr Migräne, habe damals eine Spirale gehabt. Nach den Kindern habe ich keine Spirale mehr gehabt und ebenfalls keine Migräne mehr gehabt. Seit letztem Jahr habe ich wieder eine Spirale (Mirena) drin. Jetzt habe ich jeden 2. Zyklus vor der Mens eine Migräne. Ich schiebe es auf die Hormonspirale. Was meinen Sie? Ist zwar komisch, dass es nur jeden 2. Zyklus betrifft, aber etwa 1-2 Tage vor Mens habe ich die Migräne... Liebe Grüsse und herzlichsten Dank für Ihre Antwort

Marcel Steinmann: Migräne wird häufig durch Hormonschwankungen ausgelöst oder verstärkt, entscheiden sind hier die Östrogene. Die Mirena sollte eher einen neutralen Einfluss haben, zumal hier keine Östrogene enthalten sind. Eine Stabilisierung der Hormonschwankungen wäre somit das Ziel. Dies wird jedoch nicht durch die Mirena erreicht, da diese den Zyklus nicht konsequent unterdrückt. Anbieten würde sich je nach Alter/Risikokonstellation und Ihren Präferenzen, eine klassiche Pille, eine reine Gestagenpille oder eine Hormonersatztherapie; jeweils im Longzyklusch ohne hormonfreies Intervall. Es gibt mittlerweise viele Hormonpräparate, oft auch bioidentisch, womit optimal auf die Bedürfnisse der Anwenderin Rücksicht genommen werden kann. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Ich bin 58 Jahre alt und in der Menopause. Frage: habe ich nun KEINEN Zyklus mehr? Und wenn der Zyklus wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter war.... in welcher «Jahreszeit» lebt man in der Menopause? Freundliche Grüsse

Johanna L. Janku: Die Menopause wird definiert als der Zeitpunkt der letzten ovariell gesteuerten Menstruation, was einer 12 – monatigen Phase ohne Periodenblutung entspricht. Das Klimakterium markiert eine Übergangsphase von der reproduktiven in die postmenopausale Phase. In ihrem Fall bedeutet dies, dass Sie keinen Menstruationszyklus mehr haben. Da reproduktive Aktivitäten abgeschlossen sind, hat eine neue Lebensphase begonnen.


Trotzt regelmässigem zyklus und allen abklärungen , keine schwangerschaft, wie kann das möglich sein? :)

Marcel Steinmann: Für den Eintritt einer Schwangerschaft müssen viele Abläufe stimmen. Bei 1/3 aller Paare mit unerfülltem Kinderwunsch lässt sich keine klare Ursache finden, die sogenannt idiopathische Sterilität. Verzweifeln Sie nicht und lassen Sie sich von einem Kinderwunschzentrum beraten und begleiten.


Meine Freundin leidet unter Endometriose und starken schmerzen, unabhängig von der Periode. Was empfehlen Sie zu unternehmen?

Lea Schumpf: Guten Abend. Wichtig ist, dass Ihre Freundin eine fachkundige Person findet, welche Ihre Beschwerden ernst nimmt. Es gibt verschiedene Therapieansätze, welches der richtige Ansatz bei Ihrer Freundin ist, muss individuell angeschaut werden. In Frage kommen komplementärmedizinische Ansätze, aber auch hormonelle Therapien, welche den Zyklus unterdrücken.


Ich, 43 Jahre alt, leide öfters in der Follikelphase unter Nervosität, Unruhe, Müdigkeit,ähnlich wie vor der Mens. Kann das bereits auf eine Hormonänderung (Prämenopause) hindeuten? Was kann ich in dieser Phase am Besten machen?

Sabrina Vollrath: Ja, die beschriebenen Symptome könnten auf hormonelle Veränderungen hindeuten. Teilweise ist bereits in dieser Lebensspanne eine niedrig bis ultra-niedrig dosierte Hormonsubstitution hilfreich, welche die hormonellen Schwankungen ein wenig tarieren und dadurch die von Ihnen beschriebenen Symptome lindern.


Ich habe eine dreijährige Tochter; mein Zyklus hat sich seit der Geburt verändert; nun haben mein Mann und ich seit einem Jahr den Wunsch nach einem weiteren Kind; bei mir ist jeweils die Luteralphase sehr kurz; teils nach 21Tagen bereits Blutungen (nur leicht), dann wieder für einige Tage Pause bevor dann die «richtige» Mens kommt. An was kann dies liegen? Wie kann ich meine Hormone positiv beeinflussen? Wie stark kann das nächtliche Stillen der Tochter Einfluss auf den Zyklus haben? Beeinflusst Möchnspfeffer den Zyklus immer positiv oder gibt es auch Nachteile?

Marcel Steinmann: Eine Zyklusunregelmässigkeit in der Stillzeit ist sehr häufig. Bevor Sie Massnahmen ergreifen, empfehle ich Ihnen den Zyklus nach dem Abstillen zu beurteilen. Sollte die Lutealphase immer noch kurz sein, so könnte ggfs. ein Progesteronmangel vorliegen und dieser Substituiert werden, jeweils ab dem Eisprung. Mönchspfeffer hat in der Regel keine negativen Auswirkungen auf den Zyklus selbst, eine Unverträglichkeit/Nebenwirkungen oder Allergien sind natürlich möglich. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Liebes Experten-Team, Ich bin 34 Jahre alt und habe seit einem Jahr starke und sehr ploetzlich auftretende Zwischenblutungen immer genau in der Mitte meines Zykluses. Ein Krebsabstrich wurde gemacht und STDs getestet. Gibt es noch weitere Abklaerungen die ich machen sollte/mit meiner Arztin abklaeren sollte? Herzlichen Dank.

Johanna L. Janku: Guten Abend und vielen Dank für ihre Nachricht. Ich empfehle ihnen dringend eine gynäkologische Beurteilung durch einen Facharzt in der vor ihnen beschriebenen Situation. Bereits durchgeführte Abklärungen sollten durchgeschaut werden. Es fehlen noch einige wichtige Informationen, die wichtig sind zur Beurteilung und nicht zuletzt sollte auch eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Ggf. muss eine Hormonuntersuchung gemacht werden. In der Bildgebung kann man abnormale Veränderungen der Gebärmutter feststellen. Nach Abschluss der Diagnostik kann mehr über die Ursache von unregelmässigen Blutungen sagen. Wichtig ist, dass Sie bis zum Termin einen Zykluskalender pflegen und ihn bei der Konsultation mitbringen. Entscheidend sind der Zeitpunkt der Blutungen und die Stärke der Blutung.


Guten Abend Wegen starker Schmerzen und Blutungen nehme ich seit 4 Jahren die Pille (Gestagenpräparat, Zenzi) und bin sehr zufrieden damit. Allerdings stelle ich fest, dass meine Haare immer dünner werden. Kann das mit der Pille zusammenhängen und was kann ich dagegen tun?

Marcel Steinmann: Es gibt andere Gestagenpillen (z.B. Präparate aus Drospirenon oder Dienogest), welche antiandrogen wirken und somit Ihren Haaren besser helfen. Bevor Sie jedoch das Präparat wechseln, empfehle ich Ihnen einen Substratmangel auszuschliessen (Schilddrüse, Eisen, Zink, Vitamine B1/6/12, Folsäure, Vit-D). Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


Guten Tag Wann ist der beste Zeitpunkt um schwanger zu werden mit einem Zyklus von 28 Tagen? Wann (welche Tage) und wie oft sollte man GV haben?

Lea Schumpf: Guten Abend In einem Zyklus von 28 Tagen ist der Eisprung ca am 14 Zyklustag. Idealerweise haben Sie einen Tag vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr. Die Spermienqualität ist am besten, wenn ein Intervall von zwei Tagen zwischen dem Geschlechtsverkehr eingehalten wird und nicht länger als 5 Tage gewartet wird.


Beim Eisprung habe ich teilw. massive schmerzen im Unterbauch. Teilw. sogar beim Wasserlösen und Stuhlgang. Krampfartig. Woher kommt dieser Mittelschmerz?

Sabrina Vollrath: Den Mittelschmerz spürten gemäss Literatur ca. 20-40% aller Frauen. Der Schmerz kommt dadurch zustande, dass der Eisprung per se eine «kontrollierte Entzündungsreaktion» ist. So werden kurz vor dem Eisprung mehr Entzündungsbotenstoffe ausgeschüttet, welche die Follikelwand dünner machen, sodass die Eizelle dann in den Bauchraum austreten kann. Tritt die Eizelle in den Bauchraum aus (= Eisprung) tritt auch Flüssigkeit und eben diese Entzündungsbotenstoffe in den Bauchraum aus (wenige ml). Diese reizen das Bauchfell und verursachen oftmals auf der jeweiligen Seite des Eisprungs Schmerzen im Unterbauch.


Ich leide unter starken Wassereinlagerungen ab dem Eisprung bis Anfang Periode. Gibt es eine Antibabypille oder etwas, was dies verhindern könnte? Waere Gebärmutter und Eierstockentfernung eine Option?

Marcel Steinmann: Eine gute Option wäre ein Gestagenpräparat (Pille ohne Östrogene), welche den Wirkstoff Drospirenon enthält (z.B. Slinda), diese wirkt entwässernd. Es gibt auch andere Optionen, welche ich vor einer Operation unbedingt versuchen würde. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Alles gute.


In der Woche bevor meine Mens beginnt bin ich sehr oft sehr nahe am Wasser gebaut. Obwohl ich sonst gar nicht so bin. In beruflichen Situationen kann das sehr unangenehm werden, wenn ich in Tränen ausbreche. Ist das normal? Und gibt es etwas, das ich dagegen tun kann?

Johanna L. Janku: Das prämenstruelle Syndrom umfasst verschiedene körperliche und psychische Symptome, darunter Anspannung, Müdigkeit, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. Dies kann Ihre Beschwerden auch erklären. Nach einer klinischen Untersuchung würde ich Lebensstiländerungen empfehlen: Regelmässige Bewegung, eine gesunde Ernährung und gute Schlafhygiene können Stimmungsschwankungen reduzieren. Achtsamkeits- und Meditationsübungen können helfen, Stress abzubauen. Auch die Unterstützung durch das soziale Umfeld kann Ihnen diese Zeit entlasten. Falls Sie weiterhin belastet sind durch die PMS-Symptomatik, können alternative Therapien eingeleitet werden. Hier lassen sich beispielsweise die Behandlung mit Vitex Magnus-castus (Mönchspfeffer) und Kalzium erwähnen. Auch eine hormonelle Verhütung oder Antidepressiva könnten in Betracht gezogen werden.


Liebes Team Falls eine Sendung voranging welche allenfalls meine Frage bereits beantwortet hätte tut es mir Leid. Ich bin gerade zufällig auf den Livechat gestossen und möchte gerne die Chance nutzen. Seit rund drei Tagen fällt meine Periode aus, was für mich eher ungewöhnlich ist. Dennoch zeigt der Schwangerschaftstest ein negatives Testergebnis an. Was können die Ursachen dafür sein? Kann ich erkennen, wenn ich ein Embryo (oder befruchtete Zelle) verliere?

Sabrina Vollrath: Falls eine Schwangerschaft wahrscheinlich ist, wird empfohlen, den Schwangerschaftstest (korrekt ausgeführt: Morgenurin) in 2 Tagen zu wiederholen. Wenn ein kürzlich eingenisteter Embryo, verloren geht, veräussert sich dies beispielsweise durch einen positiven Schwangerschaftstest in der Frühschwangerschaft wobei zwei Wochen später dann im Ultraschall keine klinische Schwangerschaft als Korrelat gefunden werden kann. Dies wird auch «biochemische Schwangerschaft» genannt.


Ich fahre ambitioniert Rennvelo. Wie richte ich mein Training am besten nach meinem Zyklus (ich habe einen sehr unregelmässigen Zyklus, da ich seit ein paar Wochen nicht mehr verhüte), resp an welchen Tagen zum Beispiel ist Training eher kontraproduktiv? Danke für eure Tipps.

Sabrina Vollrath: Da Sie vor kurzem die Verhütung gestoppt haben, macht es Sinn nun als ersten Schritt ein Zyklustagebuch zu führen. Darin könnten Sie neben den Zyklusparametern (Bauchschmerzen, Menstruationsblutung) auch Sportparameter (sportliche Leistungsfähigkeit, Motivation zum Trainieren, Erholung) erfassen. Dh ich empfehle, dass Sie ihren Zyklus erstmal gut kennen lernen um dann in einem zweiten Schritt anhand dem Gerlernten Ihr Training anzupassen. Gemäss Literatur wird davon ausgegangen, dass kraftbetonte Training in der 1. Zyklushälfte vorzuziehen sind, währenddessen sich ausdauerbetonte Trainings für die 2. Zyklushälfte eignen.


Ich (22) beobachte seit einiger Zeit während meiner Blutung ziemlich grosse blutige „Schleime“ (Mix aus zähem Schleim, Blut und Gebärmutterschleimhaut) und gegen Ende der Periode eine Art Blutklumpen. Da ich das nicht schon immer hatte frage ich mich, ob das ganz normal ist oder ob das untersucht werden soll?

Lea Schumpf: Guten Abend. ja, Ich würde Ihnen eine Untersuchung bei Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt empfehlen. Auch könnte es Sinn machen, dass Ihre Blutwerte inkl Eisenwert kontrolliert werden, wenn Sie immer relativ stark bluten.


Seit ich die Hormonspirale habe kommt es selten und unregelmässig (ca 1x/Jahr) zu einem Massiven Schmerzanfall zentral im Unterleib. Schmerz steigt in kürzerster Zeit von 0 auf 10 in der Skala. Bin auch schon gekippt. Nach ungefähr einer Stunde ist der Schnerz wieder ganz weg. Da der Zyklus meist ohne Blutung verläuft, bin ich mir nicht sicher, aber ich glaube der Anfall ist eher zu Eisprungzeit. Wobei ich nicht mal ganz sicher bin, ob es überhaupt etwas mit den Zyklus zu tun hat, glaube aber schon. Haben Sie eine Idee, was das sein könnte?

Johanna L. Janku: Guten Abend. In der von Ihnen beschriebenen Situation ist eine gynäkologische Untersuchung inklusive einer Bildgebung mittels Ultraschall sinnvoll. Hatten Sie bereits eine Untersuchung? Es können sich manchmal Zysten bilden bei der Anwendung von Hormonspiralen, dies würde man ausschliessen müssen. Es gibt noch andere anatomische Veränderungen, die man abklären sollte, um eine angemessene Therapie zu empfehlen.






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