Intimpflege im Fokus: Zwischen Medienkritik und bewusster Körperverbindung
- Oh Yes Baby Yes

- vor 2 Tagen
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Wenn Intimpflege Schlagzeilen macht
Ein aktueller Beitrag in 20 Minuten sorgt für Diskussionen rund um Intimpflegeprodukte und vaginale Gesundheit. Im Artikel wird Johanna Janku, Fachärztin FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe und Gründerin von Oh Yes Baby Yes, zitiert und ordnet die Thematik medizinisch ein.
Die öffentliche Debatte zeigt deutlich: Viele Menschen sind verunsichert, was gute Intimpflege wirklich bedeutet – und wann Produkte hilfreich oder potenziell problematisch sind.
Vaginale Gesundheit: Ein sensibles Gleichgewicht
Die Vagina ist ein fein abgestimmtes biologisches System. Milchsäurebakterien stabilisieren den pH-Wert und schützen vor schädlichen Keimen. Wird dieses Gleichgewicht gestört – etwa durch aggressive Inhaltsstoffe, übermässige Reinigung oder Duftstoffe – kann es zu Reizungen oder Pilzinfektionen kommen.
Wichtige Grundlagen aus gynäkologischer Sicht:
Die Vagina reinigt sich grundsätzlich selbst, es soll kein inneres Ausduschen erfolgen.
Für die äussere Intimregion sind pH-angepasste, reizärmere Produkte oder nur Wasser ausreichend.
Bei Beschwerden wie Juckreiz, Unwohlsein oder Brennen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
→ Intimpflege ist also kein Bereich für radikale Experimente, sondern für informierte Entscheidungen.
Zwischen Produktkritik und Körpervertrauen
Medienberichte können verunsichern – sie können aber auch sensibilisieren.Statt in Extreme zu verfallen („alles ist gefährlich“ vs. „alles ist harmlos“), lohnt sich eine differenzierte Betrachtung.
Nicht jedes Produkt ist problematisch.Nicht jede Sorge ist unbegründet.Und nicht jede Veränderung bedeutet sofort eine Erkrankung.
Gerade im Bereich der Intimgesundheit ist Wissen entlastend.
Intimpflege als bewusste Körperverbindung
Körperpflege ist mehr als Hygiene.Sie kann ein Moment sein, in dem wir uns selbst wahrnehmen.
Wie fühlt sich mein Körper an? Gibt es Veränderungen? Fühlt sich etwas irritiert oder empfindlich an?
Diese Art der Aufmerksamkeit stärkt die Verbindung zum eigenen Körper – ohne Angst, ohne Perfektionsdruck.
Ein ähnliches Thema haben wir bereits im Blog beleuchtet:
Auch dort ging es um Mythen, Verunsicherung und die Frage, wann Sorge berechtigt ist – und wann nicht.
Was wirklich hilft: Einfachheit und Evidenz
Die meisten vaginalen Beschwerden entstehen nicht durch „zu wenig Pflege“, sondern häufig durch:
Überpflege
ungeeignete Produkte
Stress
hormonelle Veränderungen
Eine reduzierte, achtsame Routine ist oft sinnvoller als komplexe Pflegesysteme.
Unser Fazit
Intimpflege darf einfach sein.Sie darf einfach und unkompliziert sein.Und sie darf ein Moment der Verbindung sein – nicht der Verunsicherung.
„Eine differenzierte Einordnung zeigt: Weder Panik noch Gleichgültigkeit helfen weiter. Entscheidend ist medizinisches Wissen kombiniert mit einem respektvollen Umgang mit dem eigenen Körper.“
Mehr zur medialen Einordnung
Den vollständigen Beitrag mit der Einordnung von Johanna Janku findest du hier:
Fragen zur Intimpflege oder wiederkehrenden Beschwerden?
Individuelle Beratung kann helfen, Unsicherheiten zu klären und langfristige Lösungen zu finden.
(vertraulich · evidenzbasiert · vor Ort in Zürich oder online)

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