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Alternativen zu Tampons & Binden boomen – 20min hat uns gefragt was wir davon halten

Wer eine Alternative zu Tampons oder Binden sucht, hat mittlerweile eine grosse Auswahl. Eine Gynäkologin erklärt, welche Methode die beste ist – und wovon du lieber die Finger lässt.


Licht ins Dunkel des Periodendschungels

Eine menstruierende Frau in Europa verbraucht im Laufe ihres Lebens im Schnitt zwischen 8000 und 17’000 Einwegtampons oder -binden. Wer während seiner Periode nicht auf Wegwerfprodukte wie Binden oder Tampons zurückgreifen will, findet mittlerweile jede Menge Alternativen: Periodenslip, Menstruationstasse, Schwamm oder waschbare Binden erfreuen sich zunehmend an Beliebtheit.


Doch wie das beim wachsenden Angebot so ist, verliert man irgendwann die Übersicht. Um Licht ins Dunkel des Periodendschungels zu bringen, haben wir uns Hilfe geholt: Dr. med. Johanna Janku ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und arbeitet als Oberärztin bei der Ladies Permanence Stadelhofen. Zudem bietet sie in ihrer Praxis Oh Yes Baby Yes Sexual- und Paartherapie an.


Menstruationstasse

Die Menstruationstasse aus Silikon ist den Meisten mittlerweile ein Begriff. Sie wird in die Vagina eingeführt und sitzt dort um den Gebärmutterhals herum, bis zu zwölf Stunden lang kann man sie tragen. Es gibt sie schon viel länger, als du aufgrund des aktuellen Hypes um das Produkt vermutlich denkst: Bereits 1937 wurde das erste Patent eingereicht.

Das sagt die Gynäkologin: «Super ist, dass die Tasse im Gegensatz zu Tampons keine Auswirkung auf die Vaginalflora hat, da sie aus Silikon besteht. Allerdings will das Ein- und Ausführen gelernt sein. Genau wie die Hände muss die Tasse gründlich gewaschen werden, bevor sie wieder eingeführt wird. Das kann an öffentlichen Orten schwierig werden. Besser ist es immer, sie vor dem erneuten Einsetzen abzukochen. Und: Frauen mit einer Spirale haben ab und an das Problem, dass diese verrutscht, wenn sie die Tasse entfernen – weil die Fäden der Spirale an ihr hängen bleiben oder durch den Unterdruck, den die Tasse verursacht. Hier würde ich andere Periodenprodukte empfehlen.»


Menstruationsschwamm

Es gibt sie aus synthetischem oder Naturmaterial, meist kommen sie ohne Faden daher. Der grosse Vorteil beim Menstruationsschwamm: Während er getragen wird, kann man problemlos Sex mit Penetration haben, da der weiche Schwamm weder stört, noch eine Verletzungsgefahr darstellt. Das Entfernen passiert dafür mit den Fingern – wie bei der Tasse macht Übung da die Meisterin. Naturschwämme können bis zu 24 Stunden lang getragen und anschliessend gewaschen und erneut benutzt werden. Die synthetische Variante wandert nach maximal 8 Stunden Gebrauch in den Müll.


Das sagt die Gynäkologin: «Vor allem die unbehandelten Naturschwämme finde ich schwierig. Es sind immerhin lebende Organismen, die man da einführt. Selbst wenn man sie wäscht und kocht, können noch Keime im Schwamm verbleiben, die Krankheiten und Infektionen auslösen können. Weil sie so lange getragen werden können, ist bei beiden Varianten auch die Gefahr, ein toxisches Schocksyndrom zu erleiden, viel höher. Daher würde ich den Schwamm überhaupt nicht empfehlen.»


Periodenslip

Mittlerweile gut bekannt sind auch Periodenslips. Bis auf einen etwas dickeren Bereich im Schritt sehen sie aus wie normale Unterwäsche. Das herauslaufende Blut wird vom Slip aufgefangen und im mittleren Teil eingeschlossen. Es gibt sie in verschiedenen Saugstärken und Styles. Nach zwölf Stunden solltest du den Slip wechseln. Tipp: Getragene Höschen kurz mit kaltem Wasser ausspülen, bevor du sie in die Wäsche gibst – das hilft gegen die Flecken.

Das sagt die Gynäkologin: «Von den Periodenslips bin ich sehr positiv überrascht. Sie können bis zu 30 ml Flüssigkeit aufnehmen, also etwa drei bis vier Tampons, kommen ohne Gefahr für das toxische Schocksyndrom daher und sind bequem zu tragen. Bis auf die begrenzte Tragedauer kann ich keinen Nachteil an ihnen finden. Daumen hoch.»


Waschbare Binden

Statt der Wegwerf-Variante gibt es Baumwoll-Binden, die gewaschen und wiederverwendet werden können. Sie werden mit Druckknöpfen in der Unterwäsche befestigt. Je nach Grösse und Dicke werden sie wie handelsübliche Binden gewechselt und vor dem Waschgang ebenfalls kalt ausgespült.

Das sagt die Gynäkologin: «Prinzipiell funktionieren die Binden nach einem ähnlichen System wie Periodenslips. Sie sind effektiv, sicher, günstig und umweltfreundlich. Allerdings lassen sie sich schlechter in der Unterwäsche platzieren oder verrutschen mal – daher sind sie weniger auslaufsicher.»




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